Projekt beSt

Leitfadeninterviews

Die Leitfadeninterviews sind ein Erhebungsinstrument der Begleitforschung, mit denen der Einsatz von Lerntagebüchern und Coaching empirisch untersucht wurde. Ziel war es herauszufinden, inwiefern das Format für den Lern-/Lehrkontext der akademischen Weiterbildung im Bachelor Maschinenbau geeignet ist und welche Chancen bzw. Herausforderungen sich durch den Einsatz von Lerntagebüchern in der Kombination mit persönlichem Coaching ergeben.

Im Februar 2016 wurden 3 Coaches und 7 Studierende zu ihren Erfahrungen mit Lerntagebüchern und Coachings befragt. Die Interviews erfolgten persönlich und wurden vorab in einem Leitfaden teilstrukturiert. Die Auswertung erfolgte inhaltsanalytisch. Aufgrund der geringen Fallzahl orientierte sich diese explorative, erste Interviewstudie im Gegensatz zur statistischen Repräsentativität an dem Erreichen von qualitativer Repräsentation (vgl. Kruse, 2010). Aufgrund der auch für qualitative Untersuchungen geringen Fallzahl dienten die Ergebnisse als erste Exploration und erste Einschätzung für das Qualitätsmanagement. Das Praxisportfolio in seiner Gesamtheit wurde im Rahmen von weiteren Untersuchungen regelmäßig weiter beforscht.

Die Interviews ergaben eine Verbesserung der analytischen Kompetenzen, sowie der Selbst- und Sozialkompetenzen bei den Studierenden. Es konnten unterschiedliche Kompetenzfelder eruiert werden, die durch den Einsatz von Lerntagebüchern und Coachings befördert wurden, wie z.B. Reflexionsfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit, Kompetenz des wissenschaftlichen Schreibens etc. Die Interviews zeigten, dass die Lerntagebücher besonders dann erfolgreich für den Lern- und Entwicklungsprozess der Studierenden sind, sofern auch ein entsprechendes Coaching stattfand. Daraus kann abgeleitet werden, dass Lerntagebücher als didaktisches Mittel im berufsbegleitenden Bachelor Maschinenbau nur in Kombination mit dem Coaching funktionieren und erst in dieser Kombination zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Studienerfolg beitragen können.

Die Herausforderungen, die von den Studierenden genannt wurden, waren unter anderem die zeitliche Belastung und der Wunsch nach höhere Transparenz bei der Bewertung. Im Sinne des Qualitätsmanagements wurde mit der Handreichung „Lerntagebücher, Coaching und modulgebundene Reflexion – das Praxisportfolio im Heilbronner Modell“ und dem Einführen eines Peer-Feedbacks reagiert. 

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