Projekt beSt

Work-Life-Study-Balance

Um ein umfassenderes Bild der Belastung von berufsbegleitenden Studierenden zu bekommen, wurde eine Work-Life-Balance Befragung durchgeführt. Diese basiert auf unterschiedlichen Work-Life-Balance Fragebögen und ermittelte den Einfluss der Familie auf den Beruf und das Studium.

Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt, der von 82 Vollzeitstudierenden, 68 Arbeitnehmenden und 70 berufsbegleitenden Studierenden ausgefüllt wurde. Die berufsbegleitenden Studierenden füllten den Fragebogen sowohl im Hinblick auf ihren Arbeitsplatz als auch im Hinblick auf ihr Studium aus. Der Fragebogen wurde im Rahmen von Lehrveranstaltungen ausgeteilt und die Dozierenden wurden gebeten den Studierenden für das Ausfüllen des Fragebogens 30 Minuten Zeit zu gewähren. Die Fragebögen der Vollzeitstudierenden und Arbeitnehmenden wurden im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Studium Generale erhoben.

Ursprünglich sollten die Studien von Gröpel & Kuhl (2009) repliziert werden. Leider zeigten die Analysen für die Modellberechnung nicht den gewünschten statistischen Effekt. Im Rahmen der Studie wurden deshalb Vollzeitstudierende bzw. Arbeitnehmenden jeweils mit den berufsbegleitenden Studierenden im Hinblick auf die Work-Life-Balance verglichen.

Berufsbegleitende Studierende schneiden im Vergleich mit Vollzeitstudierenden schlechter ab im Hinblick auf die Work-Life-Balance und die Lebenszufriedenheit. Die Konflikte durch die Dreifachbelastung sind hier deutlich zu erkennen. Berufsbegleitende Studierende geben an, dass sie mehr Konflikte aufgrund von Familie und Studium jeweils im anderen Bereich haben. Es scheint, dass alle Bereiche unter einer großen Anspannung stehen und sich gegenseitig belasten. Um den berufsbegleitenden Studierenden zu entlasten und um das Potential von Konflikten zu minimieren sollten z.B. zu den Informationsveranstaltungen auch das nähere familiäre Umfeld eingeladen werden, um auch diesen einen Überblick über die Belastung eines solchen Studiums zu geben bzw. es sollten eigene Infoveranstaltungen für Angehörige entwickelt werden, mit den Themenschwerpunkten Zeitmanagement und Organisation, die zur Entlastung beitragen könnten.

Auch im Vergleich zur Gruppe der Arbeitnehmenden schneiden berufsbegleitend Studierende schlechter ab. Zwar unterscheidet sich die Arbeitszufriedenheit nicht, doch geben berufsbegleitende Studierende an, dass sie die Arbeit als fordernder und auslaugender wahrnehmen als die Vergleichsgruppe der Arbeitnehmenden. Dies schlägt sich auch in der niedriger wahrgenommenen Work-Life-Balance nieder und der allgemeinen Lebenszufriedenheit. Grundsätzlich sollten berufsbegleitende Studierende gut auf diese Belastung vorbereitet werden. Die bewusste Wahrnehmung solcher Tatsachen kann alleine helfen, besser mit der Belastung umzugehen. Die Hochschule sollte deshalb gerade auch für die Gruppe der berufsbegleitend Studierenden zusätzliche Angebote für eine bessere Work-Life-Balance schaffen, dies könnten beispielsweise Kurse zum Erlernen diverser Entspannungsmethoden oder Zeitmanagement sein. 

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