Projekt beSt

Praxisportfolio

Das Praxisportfolio setzt sich aus (1) Lerntagebucheinträgen, (2) Coachings und der (3) modulgebundenen Reflexion zusammen. Als didaktisches Konzept wurde es im Rahmen der wissenschaftlichen Weiterbildung etabliert, um den Theorie-Praxis Transfer noch stärker im Heilbronner Modell als Ergänzung zum work-based-learning Ansatz zu verankern. 

Gerade der rasante Wissenswandel in unserer heutigen Informationsgesellschaft macht eine ständige Anpassung und Erneuerung von Wissen notwendig. Kompetenzen wie Selbstreflexion, Selbständigkeit und Eigeninitiative zur Erhaltung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit sind im Laufe des Erwerbslebens unverzichtbar. Deshalb kommt seit dem SS2015 im berufsbegleitendem Bachelor Maschinenbau das Praxisportfolio zum Einsatz und wurde von Beginn an wissenschaftlich begleitet. Die Begleitforschung zeigte, dass insbesondere das Coaching den Studierenden dabei hilft neue Sichtweisen kennenzulernen und die Selbstreflexion zu schulen. 

Die Studierenden verfassen im 4. bis 6. Semester ihre Lerntagebucheinträge, wozu mittlerweile die Onlineplattform ILIAS genutzt wird. Im WS 2016/2017 wurde zusätzlich zum Lerntagebuch eine spezielle Form des Peer-Feedbacks angelehnt an die FeedForward Methode von Marshall Goldsmith (vgl. Bell, C. R., & Goldsmith, M. 2013) eingeführt. Studierende werden dazu ermuntert auf Kritik im Feedback zu verzichten und neue, alternative Lösungswege für die Problemstellungen der Lerntagebucheinträge ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen zu finden. Der so geschaffene Perspektivenwechsel ermöglicht es den Studierenden neue Sichtweisen anzunehmen und fördert damit deren Selbst- und Sozialkompetenz. Um eine Anonymisierung zu gewährleisten und gleichzeitig eine einseitige Rückmeldung zu verhindern, erhalten und geben die Studierenden pro Eintrag jeweils zwei Feedbacks. Dem daraus resultierenden erhöhten Arbeitsumfang begegnete man mit einer Kürzung der Anzahl der Lerntagebucheinträge von bislang fünf auf vier im Semester. Die Einführung des Peer-Feedbacks erfolgte aufgrund von Erkenntnissen aus der wissenschaftlichen Begleitforschung im Rahmen des Projekts. So war ein Ergebnis der Leitfadeninterviews, dass der Transfer des sich in den Lerntagebüchern gespiegelten Wissens oft erst im Coachinggespräch stattfand. Die Mehrzahl der Befragten wünschten sich deshalb eine Ausweitung des Coaching-Angebots bzw. regten an, Peerfeedback als Alternative anzubieten.

Das Praxisportfolio steigert die Reflexionsfähigkeit der Studierenden, fördert die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis und stärkt deren Selbst- und Sozialkompetenzen. Dieser Mehrwert wird insbesondere durch die Verknüpfung mit dem Coaching generiert. Somit ergänzt es das Heilbronner Modell auf erfolgreiche Weise. 

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