Betriebswirtschaft und Sozialmanagement (BS)

Management im Gesundheitswesen

Der empirische Blick auf den Alltag in Versorgungseinrichtungen zeigt, dass sich die Akteure insbesondere im Gesundheitswesen zunehmend mit ökonomischen Herausforderungen konfrontiert sehen. Dies da knappe Ressourcen im Bereich des Gesundheitssystems, deren Finanzierung sich weitgehend durch die Pflichtbeträge gestaltet, Fragen der Verteilungsgerechtigkeit nach sich ziehen. Daher muss die Notwendigkeit zu wirtschaftlichem Handeln implizit vorausgesetzt werden.

In diesem Zusammenhang sorgen ein stetig wachsendes Kundenbewusstsein sowie ein sich verschärfender Wettbewerb der Einrichtungen untereinander für erhebliche Anstrengungen, die Qualität der Leistungen in den Einrichtungen weiterzuentwickeln. Mit diesen Entwicklungen geht ein direkter Anspruch zur Steigerung von Effizienz und Effektivität der Dienstleistungserbringung im Gesundheitswesen einher. Dieser sorgt bei gleichzeitig ansteigendem Fachkräftemangel für Diskussionen in der Qualitätsdebatte sozialer und pflegerischer Arbeit.

Einrichtungen im Gesundheitswesen werden im Zuge dessen dazu gedrängt, geeignete Perspektiven zu entwickeln, um ihrer primären Aufgabe (Förderung von Gesundheit, Selbständigkeit und Lebensqualität von Patienten und Pflegebedürftigen) gerecht zu werden. In der aktuellen, breiten Diskussion zur quantitativen und qualitativen Sicherstellung der Pflege, bedürfen die Einrichtungen daher einer verstärkten Auseinandersetzung mit ihren Konzepten. Berücksichtigt werden müssen insbesondere die betriebswirtschaftlichen Handlungsspielräume der Einrichtungen als auch die geforderte Qualität der Sorgearbeit.

Welche Handlungsperspektiven lassen sich für die Verbände und Träger aus diesen Analysen und Einschätzungen daher ableiten? Hierzu können pflegewissenschaftliche, gerontologische und organisationssoziologische Erkenntnisse für den ökonomischen Blick hilfreich sein. Eine wesentliche Herausforderung, um Chancen und Risiken in weiteren Planungen zur Prozessgestaltung einschätzen zu können, liegt in der Auseinandersetzung mit der Weiterentwicklung kulturbeeinflussender Faktoren der Versorgungseinrichtungen, die sich sowohl an betriebswirtschaftlich relevanten als auch an qualitätsorientierten Aspekten der jeweiligen Versorgungseinrichtungen orientieren.

Die Konzentration auf die Ziele, sowie auf die Nutzung verfügbarer Ressourcen und die Verstärkung positiver Entwicklungen stärkt die Kooperationsfähigkeit der Unternehmensmitglieder, eine bedeutende Komponente der Unternehmenskultur. Besonders zu empfehlen sind sozial sensible Managementstrategien, die aus der Perspektive der Versorgungsforschung der Stärkung einer interaktiven und proaktiven Personalpolitik dienen und zur Einführung kulturbeeinflussender, innovativer Konzepte und Instrumente beitragen.

Konkret haben wir hier ein Modell des Wertekompass entwickelt, der diese ganzheitliche Sichtweise im Sinne einer strategischen Steuerung ermöglicht.