Hochschulkommunikation 

Februar 2017: Digitaler Wandel? Aber bitte geschlechtergerecht!

Gender in der Informatik: Verbundprojekt GeWinN läuft als BMBF-Projekt an - Unterstützung von weiblichen Young Professionals und Nachwuchswissenschaftlerinnen

Bielefeld, Siegen, Heilbronn, Februar 2017 Längst ist bekannt: Unternehmen, die Vielfalt und Teilhabe fördern, profitieren. Auch die Frage der Geschlechtergerechtigkeit ist von großer Bedeutung, kann ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein. Viele Firmen wissen, dass ihre Innovations- und Zukunftsfähigkeit vom sozialen Miteinander abhängt. In der IT gewinnt diese Tatsache eine wesentliche Bedeutung. Moderne Softwareentwicklungsmethoden setzen auf gemeinsames Arbeiten an komplexen Aufgaben durch Zerlegung, stetiges Dazulernen sowie ständiges Anpassen und Weiterentwickeln. Das ist für Unternehmen gut, aber auch riskant. Professorin Marsden legt seit Jahren ihren wissenschaftlichen Fokus auf Geschlechterforschung im IT-Bereich. Sie weiß: „Voller guter Absicht können manchmal Frauen Rollen erhalten, die ihre Möglichkeiten einschränken“. Solche Rollenzuschreibungen passieren meist ohne Absicht. „Niemand will bewusst Ausschlüsse produzieren. Aber gerade in der IT ist oft schwierig zu erkennen, warum Geschlecht überhaupt eine Rolle spielt.“, unterstreicht die Koordinatorin des Projektes Nicola Marsden.


Kulturwandel

Wie lässt sich dieser Zustand langfristig ändern? Wo können Unternehmen ansetzen und welche konkreten Maßnahmen können sie ergreifen? Wie kann in Zeiten abnehmender Stabilität bei gleichzeitig zunehmender Unsicherheit, Komplexität und Vielschichtigkeit, die Akzeptanz von Vielfalt als elementarer Faktor erreicht werden?
Diese Fragestellungen greift das, im Januar 2017 gestartete, Verbundprojekt GeWInN – ‚Gender. Wissen. Informatik. Netzwerk zum Forschungstransfer des interdisziplinären Wissens zu Gender und Informatik‘ auf. Es fördert den Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft. Weibliche Young Professionals sollen auf ihrem Weg zu Spitzenpositionen in der Informatik gestärkt werden. Dafür entwickeln die Projektpartner Ansätze, wie Unternehmen anwendungsbezogenes Geschlechterwissen in Organisations- und Prozessabläufe integrieren können. Durch die Stärkung von weiblichen Fach- und Führungskräften soll sich langfristig das stereotype Bild einer Männerdomäne entzerren und somit neue Vorbilder geschaffen werden.

Wissenschaft und Unternehmen erarbeiten gemeinsame Lösungen

In wissenschaftlicher Kooperation setzt die Hochschule Heilbronn zusammen mit der Universität Siegen und dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. ein Maßnahmenkonstrukt in mehreren Formaten um. Mit dem innovativen Ansatz des Reallabors werden Wissenschaftlerinnen und Unternehmensvertreterinnen gemeinsam in sechs Unternehmen machbare Lösungen für praktische Problemstellungen entwickeln und dabei gleichzeitig praktische Erkenntnisse in die Wissenschaft einfließen lassen.
Öffentlich zugängliche Fachtage und eine wissenschaftliche Konferenz sowie eine begleitende Online Plattform bieten zusätzliche Foren des fachlichen Austausches und der Vernetzung. Die Projektergebnisse werden in Handlungsempfehlungen für den Einsatz in Unternehmen sowie in wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.

Termine

21. November 2017: Fachtag in Berlin

14.-15. Mai 2018: Wissenschaftliche Konferenz in Heilbronn

16. Mai 2018: Fachtag in Heilbronn

28. September 2018: Fachtag in München

25. April 2019: Fachtag in Hamburg

20. September: 2019 Fachtag in Köln

Kontakt:

Hochschule Heilbronn, Fakultät für Informatik
Prof. Dr. Nicola Marsden (Verbundkoordination)
Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn
Telefon: +49 (0)7131 504 565
Fax: +49 7131 25 24 70
Raum: A317, Standort Campus Heilbronn - Sontheim
E-Mail: nicola.marsden@hs-heilbronn.de

Universität Siegen, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien
Prof. Dr. Volker Wulf
Kohlbettstraße 15, 57072 Siegen
Telefon: +49 (0)271 740 3383
Volker.wulf@uni-siegen.de

Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.,
Dipl. Sozialwiss. Ute Kempf
Am Stadtholz 24, 33609 Bielefeld
Telefon: +49 (0)521 106 7321
kempf@kompetenzz.de