Business Administration in Transport and Logistics (MTL)

Heilbronner Verkehrsgespräche 2016


Heilbronn, 07. November 2016. Welche Herausforderungen und Chancen bringen automatisierte Verladesysteme mit sich? Lohnt sich der Einsatz von Logistik-Apps in der Praxis? Wird die Paketzustellung ins Büro zukünftig zum Regelfall? Rund 100 Logistik-Experten aus Wissenschaft und Praxis tauschten sich bei den diesjährigen Heilbronner Verkehrsgesprächen auf Einladung der Hochschule Heilbronn und der DVWG Württemberg (Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft) zum Thema Logistikinnovationen aus.

„Die steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit, Effizienz und Effektivität werden logistische Systeme in den nächsten Jahren nochmals wesentlich verändern“, erklärt Prof. Dr. Tobias Bernecker, der die Heilbonner Verkehrsgespräche 2016 leitete. Während die Logistik ursprünglich als unterstützende Tätigkeit eingeordnet wurde, betrachten zwei Drittel der Unternehmen Logistiklösungen heute als strategische Kernkompetenz, um auch über die Logistik einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen.


Ergebnisse der Studie „Logistikinnovationen BW“

Vor diesem Hintergrund hat das Kompetenzzentrum LOGWERT, eine Forschungskooperation des Fraunhofer IAO und der Hochschule Heilbronn, im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg die Studie „Logistikinnovationen Baden-Württemberg – Eine Einschätzung aus Verlader- und Dienstleistersicht“ erstellt. Die Studie beleuchtet umfassend das Thema Logistikinnovationen sowie zukünftige logistische Handlungsfelder und Herausforderungen aus Sicht der verladenden Wirtschaft und von Logistikdienstleistern. „Unsere Untersuchung zeigt auf, wie Logistikinnovationen zur Stärkung der Wettbewerbsposition beitragen, das Wirtschaftswachstum antreiben und einen Beitrag zur Sicherung der Standortqualität leisten können“, fasst Bernecker zusammen.

Im Rahmen der Studie hat LOGWERT gemeinsam mit dem Haller Institut für Management Angaben von Vertretern der verladenden Wirtschaft, Logistikdienstleistern und Wissenschaftlern ausgewertet. Die Erhebung setzt sich zusammen aus Experteninterviews und einer Online-Befragung. Laut der Studie entstehen Logistikinnovationen derzeit hauptsächlich für die Intralogistik, das heißt im Bereich der Lagerung und des Transportes von Material innerhalb eines Unternehmens bzw. Betriebsgeländes. „Die Wirtschaft sieht jedoch verstärkt auch in der Extralogistik Innovationsbedarf, vor allem beim Transport. Mehr als 75 Prozent der Befragten melden dort Innovationsbedarf an. Dabei geht es insbesondere auch darum, die Innovationsbereitschaft der Logistikdienstleister in diesem Bereich weiter zu steigern“, umreißt Prof. Dr. Oliver Schwarz, Direktor des Haller Institut für Management ein wesentliches Forschungsergebnis. Wie wichtig gerade Innovationen in diesem Bereich sein werden, betont auch Steffen Raiber vom Fraunhofer IAO: „Mit einer innovativen Transportlogistik können wir Wertketten in Zukunft noch effizienter gestalten“.

Das Team um Prof. Dr. Bernecker stellte die Ergebnisse auf den Heilbronner Verkehrsgesprächen erstmals vor und übergab sie gleichzeitig dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium.

HHN_2016_11_07_Übergabe Studie Logistikinnovationen_web

Elena Winter, Steffen Raiber (v.l.) und Prof. Dr. Tobias Bernecker (r.) übergegeben die Studie „Logistikinnovationen BW“ an Jochen Pahlke vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg.

Weitere Informationen zur Studie


Ansprechpartner

Leitung Kompetenzzentrum LOGWERT