Hochschulkommunikation 

Oktober 2016: HHN testet Elektro-Roller mit völlig neuem Antriebskonzept

- Forschungsprojekt untersucht den Einsatz mechanischer Energiespeicher in Elektromobilen- erstmals kommt Schwungradspeicher in einem Elektrofahrzeug zum Einsatz - der Prototyp befindet sich in der Testphase

Heilbronn, Oktober 2016. Die Herbstsonne scheint über der hochschuleigenen Teststrecke in Heilbronn-Sontheim. Professor Andreas Daberkow, Professor im Studiengang Automotive Systems Engineering, steht am Straßenrand und beobachtet, wie sein wissenschaftlicher Mitarbeiter, Jens Bachstein, leise Runden auf einem Forschungsfahrzeug dreht.

Surrsurr – mehr ist nicht zu hören. Der mit einem Schwungradspeicher ausgestattete Elektro-Roller ist nahezu geräuschlos. Dahinter steckt ein neues Antriebskonzept, das gerade in einem Forschungsprojekt an der Hochschule Heilbronn entstand. Professor Daberkow und sein Team bauten auf Basis eines Elektrorollers den ersten Elektro-Scooter mit einem Schwungradspeicher.


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Jens Bachstein auf Testfahrt 

Die Zukunft der Mobilität gehört der Elektromobilität. Reichweite und Wirtschaftlichkeit stellen entscheidende Erfolgsfaktoren für die Fahrzeuge dar. Deshalb untersuchen die Wissenschaftler den Einsatz von Schwungradspeichern in Elektromobilen. Der Prototyp wird jetzt im Fahrbetrieb getestet. Projektleiter Daberkow erklärt: "Der Zusatzspeicher mit einer maximalen Leistung von 1,5 kW nimmt die beim Bremsen erzeugte Energie auf und gibt diese beim Anfahren wieder ab". Sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Jens Bachstein ergänzt: "Durch die geschickte Konfiguration eines „Leistungspuffers“ mit einer Traktionsbatterie kann die Zahl der Lade- und Entladezyklen für die Batterie gesenkt werden. Ihre Lebensdauer erhöht sich und im Idealfall erweitert sich auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen“.

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Prof. Dr. Andreas Daberkow und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Andreas Bachstein zeigen den Schwungradspeicher an ihrem Elektroroller. (v.l.)

Schwungradspeicher verfügen über eine große Leistungsdichte. Sie stellen eine lange bekannte Technologie dar, die Energie in Form von Rotationsenergie puffert. Eine Stärke liegt in extrem schnellen Ladungs- und Entladungszeiten bei sehr hohen Leistungen. So kommen Schwungradspeicher beispielsweise zur Vermeidung von Stromausfällen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung zum Einsatz. Als Kurzzeitspeicher erreichen Schwungradspeicher einen besonders hohen Wirkungsgrad. Sie sind wartungsarm und besitzen eine lange Lebensdauer. Das macht sie aus wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten interessant. Das Projekt wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit rund 8.300 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 47 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die enge Kooperation mit Unternehmen aus der Region und die entsprechende Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis werden in Heilbronn großgeschrieben.

Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. Andreas Daberkow, Studiengang Automotive Systems Engineering, Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-417  E-Mail: andreas.daberkow@hs-heilbronn.de, Internet: www.hs-heilbronn.de/ase

Pressekontakt Hochschule Heilbronn: Anke Speer (Kommunikation und Marketing), Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 07131-504-583, E-Mail: anke.speer@hs-heilbronn.de, Internet: www.hs-heilbronn.de