Alle (fünf) Jahre wieder: Die Europa-Wahl steht an 

Es geht für die EU in die neunte Wahl-Runde und die beiden HHN-Studis Milena Tirelli und Niklas Anner werden definitiv wählen gehen. Warum ihnen eine Beteiligung so sehr am Herzen liegt, erfahrt ihr hier. 


Am 26. Mai geht es wieder an die Wahlurnen: Es steht die nächste Direktwahl zum Europäischen Parlament an. Wahlberechtigt sind alle Bürgerinnen und Bürger die zur Europäischen Union gehören – so wie beispielsweise Niklas Anner. Er studiert im 4. Semester Betriebswirtschaft und Unternehmensführung (BU) am Campus Sontheim, wo er bereits dafür bekannt ist, sich voller Herzblut für seine Mitstudenten einzusetzen: „Bis Anfang 2018 habe ich das Politik-Referat des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) geleitet und unsere Studierenden auf Landesebene vertreten.“

Für Niklas ist ganz klar „Europa die Antwort auf viele Fragen, die in Zukunft wichtig werden.“ Sei es der Klimaschutz, die Stärkung unserer Wirtschaft, die Bekämpfung sozialer Ungerechtigkeit oder außenpolitische Herausforderungen. Laut Niklas seien einzelne Nationalstaaten, wie Deutschland, nicht groß genug, um genau diese Herausforderungen zu lösen.

Niklas setzt auf Studierende

Besonders wichtig ist für Niklas die Message, dass alleine wir unsere zukünftige Lebenswelt gestalten sollten. Er sagt: „Wenn wir, vor allem als junge Generation nicht wählen gehen, dann überlassen wir anderen Menschen Entscheidungen, die unsere eigene Zukunft prägen werden.“

Rechte Parteien fordern innereuropäische Grenzen, mehr Fokus auf die Nationalstaaten und sogar einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union. Eine Meinungsrichtung, die für den Studenten ein absolutes No-Go ist: „Gerade wir Studierende, die täglich mit Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen zu tun haben, müssen uns dafür einsetzen, dass Europa offen und vielfältig bleibt.“

Ein Wunsch, den er sich mit der 23-jährigen Milena Tirelli teilt. Sie selbst ist gebürtige Italienerin und erst seit knapp über einem Jahr in Deutschland. Ihre Geschichte – wegen Europa ziemlich unproblematisch.

Italien im Blut, Europa im Herzen!

Milena studiert am Campus Künzelsau der HHN Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit-, Sportmanagement (BK). Ihr Weg dorthin, begann knapp 800 Kilometer entfernt in ihrer Heimat Udine, im friaulischen Italien. Dort besuchte sie das Gymnasium, wo sie ihre ersten Brocken Deutsch lernte. Im Jahr 2017 begann dann Milenas Deutschland-Abenteuer das ohne Europa so, nicht möglich gewesen wäre: „Ich bin ganz alleine im September 2017 von Italien nach Deutschland gezogen, um dort zu studieren. Ich jobbte noch bis letztes Jahr in Stuttgart als Verkäuferin und lernte dabei, die deutsche Sprache auch im Alltag anzuwenden. Das war super hilfreich!“

Aller Anfang war schwer – aber voll machbar

„Ich fühle mich mittlerweile perfekt integriert. Die Existenz Europas ist auch mit ein Grund, weil die Standards im Groben so gut wie überall gleich sind und hier jeder dieselben Rechte hat“, sagt die 23-Jährige. Sie selbst, fühle sich sogar mehr europäisch, als italienisch.

Ups…Hallo KÜN!

Im Interview verrät die BK-Studierende, dass sie sich eigentlich für den Heilbronner Campus bewerben wollte: „Ich wusste gar nicht, dass Künzelsau gar kein Stadtteil von Heilbronn ist. Das hat mich bei meiner Ankunft ziemlich überrascht, aber jetzt bin ich mehr als glücklich, dass ich in Künzelsau gelandet bin.“

Für jemanden der aus dem Ausland kommt, sei die Kreisstadt des Hohenlohekreises ein idealer Wohnort: „Es ist wirklich schön hier! Und am Campus geht es sehr familiär zu, jeder kennt hier jeden“, sagt sie weiter.

Milena ist nun im dritten Semester und ist für dieses Abenteuer das sie erleben darf, mehr als dankbar. Sie sieht die Europa-Wahl als Chance, etwas zurückzugeben: Ich finde die Wahl sehr wichtig, um gegen Anti-Europa-Parteien Stärke zu beweisen und sie bestenfalls verstummen zu lassen.“