Elektrischer LKW-Verkehr: Deutsch-schwedische Forschungskooperation gestartet

Gemeinsame Pressemitteilung von Öko-Institut, ifeu-Institut und Hochschule Heilbronn

Heilbronn, März 2018. Bislang dominiert Diesel als Antriebsenergie im Straßengüterverkehr und ist in Deutschland für 56 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich, Tendenz steigend. Wie der Fernverkehr von Gütern auf der Straße klimafreundlicher gestaltet werden kann, steht im Zentrum eines neu gestarteten deutsch-schwedischen Forschungsprojektes. Ein internationales Konsortium unter gemeinsamer Leitung von Öko-Instituts und ifeu sowie Mitwirkung der Hochschule Heilbronn untersucht darin Möglichkeiten der elektrischen Energieversorgung im Güterverkehr auf der Straße. Das Forschungsteam berücksichtigt dabei alle Technologien, die einen Lkw während der Fahrt mit elektrischem Strom versorgen können, darunter Oberleitungs-Hybrid-LKW, Stromschienen, die in der Straße verlaufen und Induktionssysteme, die LKW-Akkus elektromagnetisch aufladen. Gemeinsam mit dem Konsortium um das schwedische Partnerinstitut RISE Viktoria analysiert es mögliche deutsch-schwedische Korridore für den elektrischen Güterfernverkehr.

Welchen Beitrag der elektrische Güterverkehr zur Minderung der Treibhausgasemissionen leisten kann und wie viel Energie für den elektrischen Betrieb der LKW bereitgestellt werden muss, steht ebenfalls im Fokus des Forschungsvorhabens. Zusätzlich identifiziert das Team mögliche Geschäfts- und Finanzierungsmodelle für den Aufbau einer grenzüberschreitenden Infrastruktur und entwickelt Empfehlungen, wie der gesetzliche Rahmen sowie technische Standards für den grenzüberschreitenden elektrischen Verkehr ausgestaltet werden sollen.

Umsetzung der deutsch-schwedischen Regierungserklärung

Bereits Anfang 2017 haben die Regierungen Deutschlands und Schwedens in der gemeinsamen Erklärung "Innovation und Kooperation für eine nachhaltige Zukunft – eine deutsch-schwedische Partnerschaft für Innovation" eine vertiefte Zusammenarbeit zur Elektrifizierung von Fern-Lkw vereinbart. Mit dem Projekt „Swedish-German research collaboration on Electric Road Systems" schaffen beide Länder nun eine gemeinsame Wissensbasis, tauschen Erfahrungen über die Praxiseinsätze in Deutschland und Schweden aus und diskutieren Strategien für eine erfolgreiche länderübergreifende Einführung elektrischer Straßensysteme in Europa.

Florian Hacker, Projektleiter am Öko-Institut, betont: „Der Straßengüterverkehr braucht angesichts der Klimaschutzanforderungen dringend Alternativen zum dominierenden Dieselkraftstoff. Angesichts der internationalen Vernetzung ermöglicht das Projekt, die mit einem solchen Vorhaben verbundenen Herausforderungen im Rahmen der deutsch-schwedischen Kooperation frühzeitig in den Blick zu nehmen.“

Prof. Dr. Tobias Bernecker von der Hochschule Heilbronn ergänzt: „Mit der Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs verändern sich die Geschäftsmodelle in Güterverkehr und Logistik, beispielsweise durch den Markteintritt neuer Flottenbetreiber. Für die elektrische Energieversorgung werden ebenfalls Betreiber gesucht, die auch über Grenzen hinwegdenken. Deshalb ist es für uns so spannend, dieses System gemeinsam mit unseren Partnern in Deutschland und Schweden erstmalig für einen internationalen Korridor zu untersuchen.“

Projektpartner und Förderung

Das Projekt „Swedish-German research collaboration on Electric Road Systems" (CollERS) wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und der schwedischen Transportbehörde (Trafikverket) gefördert. Neben den oben genannten Instituten arbeiten folgende Partner im Projekt mit: Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, Intraplan Consult, Chalmers University of Technology, Königliche Technische Hochschule (KTH), schwedisches Institut für Straßen- und Verkehrsforschung (VTI).

Ansprechpartner


Prof. Dr. Tobias Bernecker

Prof. Dr. Tobias Bernecker

Sprecher des Forschungskompetenzfelds „Verkehr und Logistik“

Telefon: +49 7131 504-1131

E-Mail: tobias.bernecker@hs-heilbronn.de


Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik

Mit ca.8.300 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An drei Standorten in Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die Hochschule mehr als 50 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Die Hochschule pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region und ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis gut vernetzt. 

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