Software Engineering (SEB)

Die Lernbühne im Labor für Software-Projekte

Im Berufsleben kann fachliche Kompetenz nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn sie mit sozialen, methodischen und personalen Kompetenzen gekoppelt ist. Solche „Handlungskompetenz“ baut man am besten durch konkretes Tun auf.

Deshalb wird in unserem Studiengang mit einer „Lernbühne“ gearbeitet. Hier wird ein Umgebung geschaffen, die in vielen Aspekten der realen Arbeitswelt entspricht: Es gibt z.B.

  • einen Projektauftrag, den die Projektmitglieder selbst konkretisieren müssen, um die Ziele realistisch zu machen
  • Teams, die nicht nach Sympathie sondern speziell für diese Aufgabe zusammenge-setzt wurden
  • Störungen im Projektverlauf, die entweder aus dem Teamprozess heraus oder von außen kommen
  • ein Controlling, in dem die Teammitglieder aufzeigen müssen, wie sie ihre Zeit verwendet haben und wie sie mit den zur Verfügung gestellten Ressourcen umgegangen sind
  • Präsentation vor dem Auftraggeber, in denen die Teams ihre Erfolge verkaufen, aber auch auf mögliche Probleme in geeigneter Form hinweisen müssen.

Im Sinne des situierten Lernens werden die Studierenden in ihrem Lernprozess begleitet. Es werden notwendige Trainingselemente, z.B. zum Umgang mit Konflikten oder zum Leiten eines Teams, eingebaut. Und durch Prozessbegleitung und die gezielten Rückkoppelungsprozesse werden bei den Studierenden zudem Kenntnisse, Fähigkeiten und Sensibilität im Umgang mit der persönlichen und sozialen Ebene des Software-Entwicklungsprozesses ausgebaut.

Das Konzept der „Lernbühne“ zur integrativen Vermittlung von Schlüsselqualifikation ist umfassend im Curriculum des Studiengangs Software Engineering verankert und mit einem didaktischen Konzept hinterlegt und professionalisiert. Dies ist auf zahlreichen Kongressen präsentiert und umfassend publiziert.


Herzberg, Dominikus und Marsden, Nicola (2005). Das Softwarelabor als Lernbühne - Soziale Kompetenzen im Studiengang Software Engineering praxisnah vermitteln. In: Brigitte Berendt; Hans-Peter Voss & Johannes Wildt (Hrsg.): Neues Handbuch Hochschullehre. Lehren und Lernen effizient gestalten (G.5.3). Berlin: Raabe

Herzberg, Dominikus und Marsden, Nicola (2005). Praxisnahe Förderung von Handlungskompetenz im Software Engineering. In: Beiträge 6. Tag der Lehre. S. 99-103. ISBN 3-00-017324-2

Marsden, Nicola (2008). Motivation durch Instruktion? Effekte der Induktion von Performanzzielorientierung. Zeitschrift für E-Learning, Nr. 1, 3. Jahrgang, S. 32-44.

Marsden, Nicola (2009). Lehr-Muster bei geringer Ausgangsmotivation für überfachliche Qualifizierung. In U. Jaeger & K. Schneider (Hrsg.): Software Engineering im Unterricht der Hochschulen. Heidelberg: dpunkt.verlag. S. 101-110.

Marsden, Nicola (angenommen). Wie können Studierende der Technik und Informatik zum Aufbau überfachlicher Qualifikationen motiviert werden? In: Krämer, M., Preiser, S. & Brusdeylins, K. (Eds.). Psychologiedidaktik und Evaluation VIII. Göttingen: Hogrefe.

Marsden, Nicola und Wilpers, Susanne (2007). Lernbühnen im Studium. in: Krämer, M., Preiser, S. & Brusdeylins, K. (Eds.). Psychologiedidaktik und Evaluation VI. S. 279-288. Göttingen: V&R unipress.

Marsden, Nicola; Herzberg, Dominikus & Drescher, Franziska (2008). Zur Didaktik von Software-Engineering-Praktika aus Sicht der Studierenden. In: Forschungsbericht 2008 der Hochschule Heilbronn. Heilbronn: Institut für angewandte Forschung, S. 123-126.

Spiegel Online vom 30.11.06 - Gute Lehre gesucht: Das Ende der Bequemlichkeit http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,449992,00.html