Hochschulkommunikation 

Juni 2016: Verschiedenheit als Potential

- Aktivitäten für mehr Diversität an der Hochschule Heilbronn - Experten und Interessierte tauschten sich beim Symposium Diversität 3.0 aus

Heilbronn, Juni 2016. Diversität – ein Begriff, der für ein ganzes Bündel an Aufgaben steht, denen sich die Hochschule Heilbronn stellt. Beim Symposium Diversität 3.0 diskutierten Experten am 22. Juni 2016 über die Herausforderungen, die eine zunehmend heterogene Studierendenschaft mit sich bringt.

„Es geht darum, die Unterschiedlichkeit von Studierenden nicht immer nur als Problem zu sehen, sondern die Chancen zu erkennen, die darin liegen, dass an einer Hochschule Menschen mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen aufeinandertreffen“, erklärt Prof. Ruth Fleuchaus, Prorektorin für Internationalisierung, Fundraising und Studentische Angelegenheiten. Den „Normalstudenten“, einen männlichen Abiturienten deutscher Herkunft, der unmittelbar nach dem Schulabschluss ein Vollzeitstudium aufnimmt und dies als seinen Lebensmittelpunkt betrachtet – gibt es so nicht mehr. Damit steigen die Anforderungen an die Hochschule, die den akademischen Nachwuchs so gut wie möglich auf den Arbeitsmarkt vorbereiten möchte.

Heterogenität als Chance

Mit Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität und Duisburg-Essen (UDE), konnte Prof. Dr. Susanne Hetterich, die Veranstalterin des Symposiums, einen Vorreiter für das Diversity Management an einer deutschen Hochschule gewinnen. An der UDE, mit 42.000 Studierenden eine der größten Universitäten Deutschlands, gibt es mittlerweile unter anderem ein eigenes Prorektorat Diversity, das die Aktivitäten in diesem Bereich vorantreibt.

Auch die Hochschule Heilbronn hat sich in Sachen Diversität auf den Weg gemacht. Sie will sich für neue Zielgruppen öffnen und vor allem internationale Studierende und Studierende mit Migrationshintergrund noch besser durchs Studium begleiten. “Diversity-Ansätze unterstützen uns darin, hohe Leistungsstandards zu setzen und erreichen zu können“, betont Professor Kasprik, Prorektor für Studium und Lehre. Gute Lehre soll es allen ermöglichen, ihr Potential zu entfalten. Deswegen hat sich die Hochschule vor zwei Jahren dazu entschlossen, sich als eine von drei Württembergischen Hochschulen beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft um das Audit „Vielfalt gestalten“ zu bewerben. Sie hat den Zuschlag bekommen.

Brücken bauen

Seither arbeitet ein Team unter der Projektleitung von Frau Professor Susanne Hetterich daran, die Chancengerechtigkeit zu erhöhen und zu erreichen, dass Hochschulzugang und Studienerfolg nicht von der kulturellen oder sozialen Herkunft der Studierenden, ihrem Bildungs- und Erfahrungshintergrund oder ihren Lebensumständen abhängen, sondern von ihrer individuellen Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. Dazu trägt die Hochschule der Diversität ihrer Studierenden bei der Gestaltung von Lehre und Studium, Beratung und Betreuung Rechnung. Es ist z. B. möglich, in Teilzeit zu studieren.

Beim Symposium berichteten Lehrende der HHN davon, wie Studierende mit osteuropäischem Migrationshintergrund in ihrem Betriebswirtschaftsstudium die eigene interkulturelle Kompetenz als Stärke begreifen lernen. „Wir bilden Menschen aus, die Brücken bauen können“, erklärt Prof. Anna Hayduk ihr Ziel. Prof. Ruth Fleuchaus berichtet über weitere Maßnahmen der Hochschule: So hat sie im Oktober 2015 eine Stabstelle für Gleichstellung und Diversität eingerichtet und vernetzt ihre Aktivitäten im Rahmen des Runden Tischs Willkommenskultur mit anderen Akteuren aus der Region. Ein Notfonds unterstützt Studierende, die mit finanziellen Problemen kämpfen. Internationale Studierende werden in einem Mentoringprogramm beim Studieneinstieg begleitet. Zahlreiche Initiativen für studieninteressierte Geflüchtete sollen auch dieser Zielgruppe Hochschulzugang ermöglichen.

Prorektorin Ruth Fleuchaus bedauert, dass das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Diversität fehle. Deshalb müsse die Hochschule immer wieder darauf aufmerksam machen, dass es auch ein Leben außerhalb des Studiums gebe, das wiederum Einfluss auf die Lernleistung habe. Fleuchaus wünscht sich „eine Hochschule für alle“. Der bisher beschrittene Weg ist vielversprechend.

Weitere Informationen zum Diversity Audit unter www.hs-heilbronn.de/diversity-audit

Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit rund 8.000 Studierenden ist die staatliche Hochschule Heilbronn die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. 1961 als Ingenieurschule gegründet, liegt heute der Kompetenz-Schwerpunkt auf den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. Angeboten werden an den drei Standorten Heilbronn, Künzelsau und Schwäbisch Hall und in sieben Fakultäten insgesamt 48 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die enge Kooperation mit Unternehmen aus der Region und die entsprechende Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis werden in Heilbronn großgeschrieben.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Susanne Hetterich, Hochschule Heilbronn,
Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-616,
E-Mail: susanne.hetterich@hs-heilbronn.de, Internet: www.hs-heilbronn.de

Pressekontakt: Dr. Simone Scheps (Kommunikation und Marketing),
Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn, Telefon: 0 71 31-504-499,
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