Fakultät für Management und Vertrieb (MV)

Besuch an der ungarischen Partnerhochschule


Szeged ist mit knapp 163.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Ungarn und liegt an dessen Südgrenze nahe dem Dreiländereck mit Serbien und Rumänien. Mit über 2000 Sonnenstunden pro Jahr hat sich die Stadt den Beinamen „Stadt des Sonnenscheins“ errungen.

Herr Hansjosten, sie kommen gerade aus Szeged und waren dort auf der International Week der University of Szeged. Dort unterrichteten Sie im Rahmen des Staff Mobility. Was können wir uns genau unter Staff Mobility vorstellen?

Im Rahmen des Staff Mobility-Programms unterrichten u.a. Dozenten an jeweils andern Institutionen im europäischen Ausland. Das geschieht über Ersamus+. Konkret bedeutet das, dass beispielsweise ein Professor der Hochschule Heilbronn für eine begrenzte Zeit Vorlesungen und Seminare an einer Partnerhochschule im Ausland hält. Umgekehrt können Kollegen oder Kolleginnen der Partnerhochschule unsere Hochschule besuchen und ebenfalls dort unterrichten. Das Programm dient der Teilung des Wissens, der Erweiterung des eigenen Horizonts der Lehrenden und der Sammlung von internationaler Erfahrung.

Das klingt sehr interessant. Wer ist denn alles an einer International Week beteiligt und was waren genau Ihren Aufgaben vor Ort?

An der International Week nehmen Professoren , Dozenten und Mitarbeiter verschiedener Hochschulen und Universitäten aus etwa 15 europäischen Ländern, darunter beispielsweise Finnland, Großbritannien, Polen, Rumänien, Spanien und Frankreich teil. Viele von ihnen unterrichten im Rahmen der angebotenen Kurse. Darüber hinaus finden Workshops zu verschiedenen internationalen Themen statt, es gibt mehrere Foren, um den Erfahrungsaustausch zu pflegen, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen.

Für die teilnehmenden Studierenden, die ebenfalls aus zahlreichen europäischen Ländern anreisen, findet ein Vorlesungsprogramm zu ausgewählten, spannenden Themen statt. Die Studierenden haben die Möglichkeit, in diesem Rahmen Credit Points für ihr Studium zu erwerben. Bei der diesjährigen International Week lag der Schwerpunkt auf dem Thema, wie internationales Studieren in der Zukunft aussehen könnte. Meine Aufgabe war neben der Teilnahme an Workshops, dem Einbringen der Erfahrungen unserer Hochschule und dem Austausch mit Kollegen vor allem die Gestaltung einer Lehrveranstaltung zum Thema „Personality-oriented Talent Management“ für über 40 Studierende. Alle Veranstaltungen finden natürlich auf Englisch statt.

Was ist für Sie das Besondere an diesem Programm? Welche Erfahrungen bringen Sie vom Austausch mit?

Im Rahmen des Programms hat ein Projekt aus meinem Forschungsbereich Anwendung gefunden. Ich beschäftige mich derzeit mit der Entwicklung einer Systematik für eine Kategorisierung von Kompetenzen und Qualifikationen entlang persönlichkeitsorientierter Merkmale im internationalen Kontext. Die Studierenden haben nicht nur einen Einblick in diese Forschungsarbeit erhalten, sondern auch direkt daran teilgenommen, indem sie eines der dazu gehörenden Tools angewendet und studiert haben. Für mich bringt das interessante Einblicke, die ich mit den Resultaten aus Deutschland, aber auch z. B. aus Luxemburg, wo ich ebenfalls lehre und forsche, vergleichen kann.

Für mich ist es nicht das erste Mal, dass ich im Ausland unterrichte. International als Lehrender unterwegs zu sein, ist eine tolle Bereicherung. Im Umgang mit den Studierenden und Kollegen lernt man sehr viel Neues und Spannendes kennen.

Ist ein zukünftiger Austausch auch bei uns geplant?

Ja. Wir haben bereits über weitere Austauschmöglichkeiten gesprochen. Auch die ungarischen Kollegen haben die Möglichkeit zu uns zu kommen, ich persönlich möchte auch wieder nach Szeged fahren. Im kommenden Semester werden 2 Studierende unserer Fakultät dort ihr Auslandssemester absolvieren.

Das ist sehr wichtig, denn das Knüpfen neuer Kontakte ist etwas ganz Zentrales im internationalen akademischen Alltag: Ohne persönliche Kontakte gibt es keinen solchen Austausch. Ich selbst war im vergangenen Jahr das erste Mal in Szeged. Diese Woche habe ich viele neue Kollegen kennen gelernt. Unsere beiden Studierenden werden weiter daran arbeiten, dass die Verbindungen zwischen unserer Hochschule und der Universität Szeged weiter wachsen werden.