Studiensemester in Dundalk, Irland - 2008
Unser Auslandssemester haben wir im Wintersemester 2008/2009 am Dundalk Institute of Technology (DkIT) in Irland verbracht und dabei viele wertvolle Erfahrungen gemacht.
Organisation
Kommilitonen höherer Semester haben uns auf die Idee eines Auslandsstudiums gebracht und durch deren Berichte wurden wir auf ein Auslandsstudium. Wir wollten unbedingt in ein englischsprachiges Land, um unsere Sprachkenntnisse zu verbessern. Außerdem war unser Ziel, einen Studiengang zu finden, der gut zu unserem Studiengang Electronic Business passt, so dass wir möglichst alle Vorlesungen aus dem Heilbronner Semester an der Hochschule im Ausland absolvieren können. Nachdem wir uns die Liste mit den Partnerhochschulen durchgeschaut hatten, blieb als einzige Hochschule das DkIT in Irland übrig. Somit war der Entschluss gleich gefallen und knapp ein Jahr im Voraus bereits alle Weichen für unseren Aufenthalt in Dundalk gestellt. Die nächste Aufgabe war dann die Bewerbung an der Partnerhochschule, für die wir auch ein Learning Agreement erstellen mussten. In diesem Agreement wurde festgelegt, welche Kurse wir am DkIT besuchen und welche Kurse wir dafür in Heilbronn angerechnet bekommen. Nach ein paar Treffen mit Professoren und Verantwortlichen an der Hochschule Heilbronn war das Learning Agreement und somit die Bewerbung im Januar, also gut acht Monate vor dem Start, abgeschlossen. Nach der Zusage im April war die Suche nach einer Unterkunft der nächste große Schritt. Vom DkIT bekamen wir das dortige Studentenwohnheim empfohlen, bei dem uns jedoch der Mietpreis unverhältnismäßig hoch vorkam. Durch persönliche Recherche sind wir dann auf 2 günstige Zimmer in einer privaten 6er-WG gestoßen und haben uns sofort dafür entschieden, um nicht nur mit Deutschen im Studentenwohnheim zu wohnen. Als nächster Schritt stand die Klärung der Anreise an und somit haben wir bereits im Juli unsere Flüge mit Lufthansa von Frankfurt nach Dublin gebucht, um noch die geringen Kapazitäten für Frühbucher mitzunehmen. Abschließend haben wir noch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und somit waren wir bestens vorbereitet für den Start Anfang September 2009.
Studium am DkIT
Die Stadt Dundalk liegt genau zwischen Dublin und Belfast. Das Dundalk Institute of Technology ist in Bezug auf die Größe mit der Hochschule Heilbronn vergleichbar, aber darüber hinaus sehr innovativ geprägt, das die hochschuleigene Windmühle imposant verdeutlicht. Windrad am InstituteDie Größe unserer Kurse belief sich auf ungefähr 15 bis 60 Studenten und somit wurde uns ein Studieren in kleinen Gruppen mit einer guten Gesprächsbereitschaft der Dozenten ermöglicht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase war es kein Problem, den teilweise irischen Akzent der Dozenten zu verstehen. Der Hauptunterschied zu den Vorlesungen in Heilbronn waren die Continuous Assessments, durch diese man einen Anteil der Endnote von 20-50 % mittels Essays, Fallstudien und Präsentationen schon während des Semesters erreichen konnte und somit der Druck vor den Klausuren am Semesterende nicht mehr allzu groß war. Dadurch stieg natürlich der Arbeitsaufwand während des Semesters stetig an, da wir ständig mit Aufgaben neben den eigentlichen Vorlesungen beschäftigt waren. Doch auf der anderen Seite sind wir durch diese Gruppenarbeiten auch regelmäßig mit den irischen Studenten in Kontakt gekommen. Die Ausstattung der Hochschule umfasst neben einer Bibliothek, mehreren Computerlaboren, einer Mensa, 2 Cafeterias auch ein Fitnessstudio. Darüber hinaus gibt es neben den Vorlesungen auch noch über 70 Clubs & Societies mit einer vielfältigen Auswahl aus Fechten und Badminton über Irish Dancing bis hin zu den irischen Nationalsportarten Gaelic Football und Hurling.
Leben in Irland
Das Leben abseits der Hochschule in Irland hat sich als erstaunlich kostspielig herausgestellt: Preise, wie man sie in Deutschland nur von Tankstellen kennt, begleiten einen in Irland bei jedem Einkauf. Im Schnitt ist mit einem Aufschlag von 50% bis 100% bei Lebensmitteln zu rechnen. Insbesondere Fleisch-, Wurstwaren und Alkohol sind verhältnismäßig teuer. Preiswerte Alternativen sind deutsche Einzelhändler wie ALDI oder LIDL, die man beide in Dundalk findet und so durchaus den einen oder anderen Euro sparen kann. Die beschriebenen Mehrkosten werden allerdings durch das Erasmus-Stipendium ganz gut gedeckt und somit sollte ein halbes Jahr in Dundalk nicht zu sehr zu Buche schlagen. Idealerweise besorgt man sich für seinen Aufenthalt in Irland ein Fahrrad, da die Buslinie eher unzuverlässig ist und man so recht flexibel alle wichtigen Ziele in Dundalk erreichen kann. Für gebrauchte Fahrräder einfach am College oder in den Studentenwohnheimen nachfragen. Das Nachtleben in Dundalk ist erstaunlich lebhaft und in den zahlreichen Pubs und Nightclubs in der Stadtmitte ist immer was los und die Stimmung ist super. Beim Feiern im Pub Hat man sich erst einmal an die erhöhten Preise für Speis und Trank gewöhnt, sind spaßige Abende in Dundalk garantiert. Es hat sich nach einer Weile gezeigt, dass man als Student am College etwa an drei Abenden in der Woche in Dundalk ausgeht. Das schont den Geldbeutel. Die Studentenpartys sind ideal um abzufeiern und nette Leute kennenzulernen. Sollte man einmal im Pub versumpfen, ist es Dank eines Taxispreises von einheitlich 6 Euro auch kein Untergang. Daher ist diese Art der Fortbewegung insbesondere an regnerischen Tagen eine echte Alternative.
Sightseeing
Trips durch Irland sind ein absolutes Muss für jeden Studenten des DkITs. Das Land hat -insbesondere bei schönem Wetter -sehr viel zu bieten und Dank der günstigen Mietwagenangebote an den Flughäfen ist eine Rundreise mit mehreren Leuten auch preiswert. Während unseres Aufenthalts haben wir mit dem Mietwagen die ganze Insel erkunden können. Anlaufstellen wie Galway City, den Cliffs of Moher, Aran Islands, Ring of Kerry, Cork, Dingle Way und nordirische Sehenswürdigkeiten in Derry, Belfast und dem Giant’s Causeway bieten jedem Besucher atemberaubende Schönheit und Einzigartigkeit, die man sich während seines Aufenthalts auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Für Überlandfahrten wie bspw. von Dundalk nach Dublin stehen zwei zuverlässige Busunternehmen zur Verfügung, so dass man so stündlich günstig nach Dublin oder Belfast kommt. Sehenswert: Ring of Kerry
Nachdem der Sommer 2008 in Irland anscheinend erstaunlich schlecht gewesen ist, konnten wir während unseres Aufenthalts im Herbst von sehr gutem Wetter profitieren. Ganz ohne Regen sind wir zwar nicht ausgekommen, aber das ist man ja schon von Deutschland gewohnt. Nichts desto trotz empfehlen wir jedem, insbesondere für die Ausflüge und Trips, hochwertige wetterfeste Kleidung wie Regenjacken, gutes Schuhwerk und eine Regenhose einzupacken. Regenwetter in Irland
April 2009, Daniel Eberlein & Manuel Schlegel