Entwicklung neuer Therapiestrategien nach Schlaganfall und Hirntraumata anhand der Analyse elektrischer Streudepolarisationswellen auf der Gehirnoberfläche

Projektleitung in HHN: Prof. Dr. Hartmut Dickhaus

Mittelgeber: MWK BW

Projektzeitraum:01.01.2010-31.12.2011

Gesamtmittel: 119.942,55 €

Mittel für die HHN: 90.434 €

Zusammenfassung:

Traumatische Hirnschädigungen nach Unfällen und Schlaganfällen gehören in der BRD zu den häufig auftretenden Krankheitsbildern. So gilt der Schlaganfall als dritthäufigste Todesursache. Die Behandlung der Patienten mit derartigen Traumata ist leider nur sehr eingeschränkt möglich und beschränkt sich im Wesentlichen auf die Verhinderung weiterer neurologischer Sekundärschäden. Die Suche nach Substanzen oder anderen Interventionsmaßnahmen für eine gezielte Neuroprotektion bei den entsprechenden Patienten in der Klinik ist bislang ergebnislos verlaufen.

In jüngster Zeit wird berichtet, dass elektrische Messungen auf der Oberfläche des Hirns darauf hindeuten, dass sogenannte Streudepolarisationswellen (SDs) mit dem Schweregrad der Hirnschädigung einhergehen bzw. sogar für das weitere Absterben von Nervenzellen verantwortlich sind.SDs scheinen somit ein unmittelbares Korrelat, möglicherweise sogar die Ursache eines weiteren progressiven Verlaufs der Hirnschädigung zu sein.

Aufgabe dieses Projektes ist eine möglichst genaue Beschreibung der räumlich zeitlichen Ausbreitung dieser Streudepolarisationswellen und dieselben anhand individueller Patientendaten computergestützt zu modellieren. Dadurch könnten für den Patienten prognostische Aussagen über den Verlauf seiner Hirnschädigung gemacht werden. Zu diesem Zweck soll eine Software entwickelt werden, die als bettseitiges Monitoring-Instrument auf der Neurointensivstation alle wichtigen Vitaldaten sowie den Ausbreitungsverlauf von SDs darstellt.

Weiterhin soll untersucht werden, inwieweit die SDs durch verschiedene Interventionsmaßnahmen beeinflussbar sind. Hier soll am Tiermodell die Inhibition der SDs durch transkranielle Magnetstimulation untersucht werden. Ziel ist auch hier die Übertragung dieser Methode auf die humane Situation, um dadurch neue wirksame Therapiekonzepte für diese Patientengruppe zu entwickeln.

 

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